Seit 1989 betreibt Sabine mit unseren Hunden intensiv Hundesport. Eigentlich sollte es erst nur etwas Beschäftigung für die Hunde werden, aber mittlerweile hat sich daraus ein recht zeitintensives Hobby entwickelt.

Angefangen hat sie mit Turnierhundesport, ist aber sehr schnell im Schutzhundebereich gelandet.

Die noch recht junge Sportart Obedience ergänzt die Ausbildung in idealer Weise.

 

Obedience

Obedience heißt übersetzt "Gehorsam".

Damit ist das eigentlich nichts wirklich Neues, denn es wurde im Gebrauchshundesport ja immer schon viel Wert auf Gehorsam gelegt.

Obedience gestaltet sich allerdings wesentlich vielseitiger als das "übliche" Gehorsamstraining. So werden neben den "Grundübungen" wie z.B. Fuß-Gehen (ohne Bedrängen!), Sitz, Platz und Steh auch noch viele interessante Elemente eingebaut wie z.B.

  • das Apportieren von Gegenständen, auch aus Metall
  • das Suchen von Gegenständen (Eigenidentifikation)
  • Freisprung über eine Hürde
  • die Distanzkontrolle (Sitz, Platz, Steh aus der Entfernung)
  • das Voraussenden
  • Überprüfung der Wesensfestigkeit, vor allem bei Abliege- und Absitzübungen gemeinsam mit anderen Hunden.

In der Ausbildung des Obediencehundes zeigt sich, was in dem Hundeführer steckt und ob die Chemie in dem Hund-Mensch-Team stimmt.

Geduld und Phantasie, Einfühlungsvermögen und Beharrlichkeit zeichnen den guten Hundeführer aus.

In der Prüfung wird absolut korrektes Arbeiten verlangt.

Das bedeutet, die Motivation des Hundes muß genau in der Balance gehalten werden, dass er freudig arbeitet, ohne dabei aus Übermotivation heraus Fehler zu machen.

Für mich ist Obedience die Hohe Schule der Hundeausbildung, eine faszinierende neue Variante des Hundesports. Unserer Qashou macht es super viel Spaß, weil es ständig etwas Neues zu lernen gibt.

Wenn Sie noch mehr wissen wollen, clicken Sie sich doch einfach mal auf die Seite der Interessengemeinschaft Obedience.

 

Fährtenarbeit

Für uns kaum mit Geruchssinn ausgestatteten Menschen grenzt es jedesmal wieder an ein Wunder, wenn ein Hund einer Fährte folgt, die aus einer Vielzahl für uns nicht wahrnehmbarer Düfte besteht.

Warum ist der Hund zu solchen Leistungen fähig?

Während wir Menschen die Welt primär mit den Augen erfassen, sorgen bis zu 300 000 000 Riechzellen dafür, dass der Hund seine Umwelt mit der Nase "sieht". Wir dagegen müssen uns mit etwa 500 000 Riechzellen begnügen, die zudem nicht annähernd so perfekt arbeiten wie die des Hundes.

So ist es zu erklären, dass Hunde auch die Gerüche, die vom zertretenen Boden, Pflanzen und Kleinstlebewesen ausströmen, mit ihrer feinen Nase aufnehmen und von dem andersgearteten Duft der Umgebung unterscheiden können.

Der Hund interessiert sich aufgrund seiner Nasenveranlagung von Natur aus zunächst für Wildfährten, musste er doch früher als Wildhund seine Beute durch Witterung suchen und aufstöbern.

Auch unsere Hunde haben immer noch, je nach Rasse mehr oder weniger, die Veranlagung, die Spur von Wild aufzunehmen und zu verfolgen. Mancher Hundebesitzer hat damit schon so seine – leidvollen- Erfahrungen gemacht.

Durch die Ausbildung in der Fährtenarbeit können wir unserem Hund, wenn auch nur ersatzweise, die Möglichkeit bieten, diese naturgemäße Veranlagung ausleben zu können. Er lernt, dass es sich für ihn lohnt, eine solche Geruchsspur zu verfolgen, denn am Ende erwartet ihn eine Belohnung. Ist der Hund in dieser Disziplin richtig ausgebildet, macht ihm die Suche Spaß und Freude.

Unsere Eikje ist ein absolut begeisterter Fährtenhund. Noch heute, mit fast 10 Jahren, kann ich sie kaum halten, wenn es auf die Fährte geht.

Die Anforderungen steigern sich entsprechend der verschiedenen Prüfungsstufen:

  • Die Länge der Fährte variiert zwischen 350 bis 2000 Schritten.
  • Daneben wird die Zeit zwischen Legen und Absuchen der Spur verlängert auf bis zu 3 Stunden.
  • Zudem wird die Zahl der Richtungsänderungen und der "verlorenen" Gegenstände erhöht.

 

Schutzdienst

An diesem Thema entfachen sich die meisten Diskussionen. Leider muß man sagen, dass hier in der Regel die Kritik von Leuten ausgesprochen wird, die sich selber noch nie wirklich mit dieser Materie auseinandergesetzt haben.

Der seriöse moderne Schutzhundesport hat nichts mehr mit dem alten „Training auf dem Mann“ zu tun, bei dem der Hund tatsächlich darauf dressiert wurde, Menschen anzugreifen und zu beißen. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass der moderne Schutzhund nicht den Helfer angreift, sondern mit dem Helfer um die Beute, den Ärmel, streitet.

Nach Beendigung des Schutzdienstes muß der Helfer sofort zum Hund Kontakt aufnehmen können, ohne dass sich der Hund ihm gegenüber aggressiv verhält!

Das bedeutet, daß in dieser Sportart nur nervenstarke, selbstsichere und belastbare Hunde geführt werden können, die ihre Aggressionen im „Griff“ haben.

In diesem Sport kann der Hund seine Triebe und sein Instinktverhalten ausleben wie sonst kaum mehr. Er wird nicht aggressiv gemacht, Aggressionen hat er von Natur aus, sondern er lernt, selbst in höchster Triebhaftigkeit, also während des „Beutemachens“ auf das Hörzeichen seines Menschen zu reagieren und zu gehorchen.

An den registrierten Beißvorfällen war übrigens kein einziger geprüfter Schutzhund beteiligt!

Leider findet man nur sehr wenige wirklich gute Hundeplätze, auf denen erfahrene, gut ausgebildete Helfer einen guten Schutzdienst anbieten. Insbesondere aber die Arbeit mit einem Briard und ganz besonders mit einem jungen Briard erfordert ein Höchstmaß an Können und Einfühlungsvermögen bei Helfer, Ausbilder und Hundeführer.

Der Briard gehört zu den sogenannten Gebrauchshunderassen. Führigkeit und Intelligenz einerseits, Belastbarkeit, Mut und Verteidigungsbereitschaft andererseits sollen diese Rassen auszeichnen. In der Ausbildung zum sogenannten Schutzhund kann der Briard diese Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Zu einer Schutzhundeprüfung – heute Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG) genannt – gehören neben dem Schutzdienst auch Unterordnung (Gehorsamkeitsüberprüfung) und Fährtenarbeit.